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13 Apr '07

Rauchverbot in Deutschland.

Zuerst Irland und Italien, es folgten in den letzten Jahren weitere Länder der EU (Belgien, Dänemark, Frankreich und Schweden) jetzt soll auch in Deutschland das Rauchverbot ausgeweitet werden. Seit 2005 besteht bereits ein Verbot auf vielen Bahnhöfen. Die Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bremen und Berlin erklärten Schulhöfe zu rauchfreien Zonen. Der nächste Schritt steht unmittelbar bevor: das Aus der Zigarette in Gastronomie und Diskotheken.

Die Freiwilligkeit war gescheitert. Gaststätten und Kneipen sollten eigenverantwortlich mehr für den Raucherschutz tun, entschieden das Bundesministerium für Gesundheit und der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) im März 2005. Demnach sollten 60 Prozent der Sitzplätze in Gaststätten zu Nichtraucherzonen erklärt werden. Jedoch hatten ein Jahr später lediglich 10,5 Prozent der Gaststätten die Vereinbarung durchgesetzt.

Am 23. Februar 2007 einigten sich die Bundesländer schließlich auf ein generelles Rauchverbot. Rauchen soll demzufolge in Kneipen, Restaurants und Diskotheken verboten werden, mit Ausnahme von extra gekennzeichneten und abgeschlossenen Raucherräumen. Spätestens im Januar 2008 soll das Gesetz nun in Kraft treten

Für viele konnte diese Entscheidung nicht früh genug kommen. Rauchen ist schädlich und zwar bewiesenermaßen auch für die, die passiv mitrauchen. Untersuchungen zeigten, dass jährlich 3.300 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens sterben. Insbesondere für Kinder besteht eine große Gefahr. Sie sind dem Qualm ihrer rauchenden Eltern schutzlos ausgeliefert.
Auch der von Zigarettenqualm ausgehende Gestank wird von Nichtrauchern als störend empfunden – störend im Restaurant während des Essens, störend der Geruch der Kleidung nach einem Kneipenbesuch. Ferner argumentieren Zigarettengegner mit Umweltverschmutzung durch weggeworfene Kippen, mit durch Zigaretten verursachten Bränden sowie mit der Ablenkung im Straßenverkehr.

Sind das alles logische und sachliche Argumente, denen es nichts zu entgegnen gibt? In aktuellen Umfragen zeigten sich tatsächlich 60 Prozent der Befragten positiv eingestellt gegenüber rauchfreien Restaurants und Kneipen. Selbst viele Raucher sind für das Rauchverbot, können es gut verstehen, dass Nichtraucher sich von Zigaretten am Nebentisch im Restaurant belästigt fühlen und sind bereit vor die Tür zu gehen.

Trotzdem sind, wenn über das Rauchen diskutiert wird, Emotionen im Spiel. Petitionen gegen das Rauchverbot kursieren im Internet. Raucher fühlen sich persönlich angegriffen, diskriminiert und ihrer Freiheit beraubt. „Werden bald auch erkältete Menschen ins Nebenzimmer verbannt, weil sie die gesunden anstecken könnten?“, fragt eine Raucherin in einem Internetforum. Für viele gehört die Zigarette ebenso zu einem geselligen Abend, wie das Glas Bier oder Wein. Eine rauchfreie Kneipe? Undenkbar!

Kneipenbesitzer plädieren aus diesem Grund gegen das allgemeine Rauchverbot. Sie befürchten starken Besucherrückgang, gar den finanziellen Ruin. Die Tabakindustrie erwartet ebenfalls Einbußen. Je mehr das Rauchen in der Öffentlichkeit eingeschränkt wird, desto weniger Zigaretten werden insgesamt konsumiert, wird vermutet. Eine Folge wären gefährdete Arbeitsplätze. Ebenfalls würde weniger mit der Tabaksteuer eingenommen. Für die Bundesregierung könnten also neue Haushaltslöcher entstehen.
Eine Folge des Rauchverbots ist jedoch gewiss: Die Gesundheit der Passivraucher kann so besser geschützt werden. Langfristig könnte es zudem passieren, dass die Zigarette mehr und mehr aus der Öffentlichkeit verschwindet. In Italien ging die Anzahl der Raucher jedenfalls in einem Jahr um eine halbe Millionen zurück.